Högis Dungeon

Und jetzt erst recht!

Abenteuer Heimserver

Es ist vollbracht! Nach Nächten voller Recherche, Wälzen von Fachbüchern und Stunden des Kopierens ist es nun vollbracht: mein brandneuer Windows Server 2012 läuft jetzt wie ein Glöckchen auf dem ebenso brandneuen VMware ESXi 5.1 auf *Luft hol* dem gerade mal 2 Wochen alten HP ProLiant Microserver N40L, den ich mir zugelegt habe :smile:

Ich bin wahrlich begeistert von diesem genügsamen, leisen Kleinod. Gersten Abend bekam er noch ein kleines RAM-Upgrade spendiert; ein 4 GB DDR3-1333 ECC Modul von Kingston fand seinen Weg ins Gehäuse.

RAM erweitern

Eine Eigenschaft, die mir an HP-Produkten im Server- und Desktop-bereich besonders gefällt: man benötigt kein oder nur einheitliches Werkzeug, um das Innenleben zu zerlegen und meist auch keine lästigen Schrauben, die nur dazu neigen unter den Tisch zu fallen. Den RAM-Riegel einzubauen war kinderleicht, einfach die beiden blau markierten Schrauben an der Vorderseite der Mainboard-Halterung lösen und das komplette Board kann über einen Griff nach vorne herausgezogen werden. Der zum Anziehen der Schrauben notwendige Torx-Schlüssel findet sich in einer Halterung an der Innenseite der verschließbaren Türe. Nacheinander steckt man nun die farblich markierten Verbindungen vom Board ab und zieht es Stück für Stück immer weiter heraus. Lediglich der Mini SAS Stecker weigerte sich aus seiner Halterung zu kommen, da musste ich etwas mit einem Schlitzschraubendreher nachhelfen. Diesen steckt man vorsichtig zwischen den schwarzen Steckerteil und das metallene Gehäuse, welches sich nun leicht weg biegen lässt, sodass der Stecker freigegeben wird. Hat man das geradezu winzige Board komplett freigelegt, können die RAM-Slots ohne Weiteres (neu) bestückt werden. Es ist darauf zu achten, dass das Board maximal 8 GB unterstützt! Schließlich die Prozedur einfach umgekehrt anwenden, das Board hineingleiten lassen, Steckverbindungen wiederherstellen, zusperren, einschalten, fertig :wink:

Host-System virtualisieren

Mein Haushalt wäre nicht derselbe, wenn alles von Beginn an klappen würde, da mein Schaffensdrang meist den der ausführlichen Recherche übertrumpft. So wollte ich das Kästchen natürlich sofort mit dem Windows Server 2012 – veröffentlicht am 04.09.2012 – bestücken. Gesagt, getan. Leider habe ich es zuerst mit dem Controller im AHCI-Modus installiert und kam hinterher auf die Idee, dass ein RAID-1 für Backups eigentlich keine schlechte Idee wäre. Bevor ich jetzt zu weit aushole: ich habe es auf biegen und brechen nicht fertig gebracht, den RAID-Treiber im Nachhinein zu installieren und Windows im RAID-Modus zu booten :!: BSOD :sad: Mit Intel war das nie ein Problem, AMD enttäuscht mich da etwas mit ihrem zickigen, scheinbar noch unfertigem Treiber. Der Catalyst-Installer war auch keine Hilfe, der hat den Controller natürlich nicht erkannt. Was also tun, sprach Zeus. Neuinstallation kam nicht in Frage, Active Directory, WSUS und andere Späße waren bereits liebevoll eingerichtet und das wollte ich auf jeden Fall so beibehalten. Blieb also nur eine Alternative: den Unterbau austauschen. VMware ESXi, ich komme!

Es war also beschlossen, ich werde VMwares Hypervisor ESXi auf den Würfel packen. Zuerst muss die bereits laufende Server-Instanz natürlich weichen, ohne verloren zu gehen. P2V (physical to virtual) heißt das Stichwort. Als VMware-Verfechter ist natürlich immer eine aktuelle Version der VMware Workstation (zu diesem Zeitpunkt 8, das Setup für 9 war bereits heruntergeladen, jedoch noch nicht installiert) auf meinem Desktop-Rechner installiert. Diese hat die gewünschte Funktionalität bereits eingebaut. Sofern man den VMware vCenter Converter Standalone Client nicht installiert hat, wird er beim Start folgender Funktion automatisch heruntergeladen:

Es öffnet sich ein simpler Wizard, der lediglich die Verbindungsdaten zur zu virtualisierenden Maschine verlangt. Ein administratives Konto wird benötigt und UAC muss deaktiviert sein!

Einfacher geht es nicht :smile: Es wird automatisch der VMware vCenter Converter Standalone Agent installiert, welcher die Kommunikation mit der Workstation bzw. dem Converter übernimmt. Je nach Geschwindigkeit des Netzwerks und der Größe der physischen Maschine dauert der Prozess ein paar Stunden. Nach Abschluss der Konvertierung erhält man im vordefinierten Zielverzeichnis eine neue VM mitsamt Konfigurationsdatei und einer Menge VMDKs.

Wie ich im Laufe meiner Experimente feststelle musste, kann vSphere mit gesplitteten VMDKs nicht umgehen, daher muss die Disk zuerst in eine einzige umgewandelt werden. Aus Platzgründen (es waren noch nicht alle Platten eingebaut und mit VMFS-5 formatiert) habe ich mich für Thin Provisioning entschieden. Im Installationsverzeichnis der Workstation findet sich hierfür das Tool vmware-vdiskmanager welches mit den entsprechenden Parametern aufgerufen wurde:

Das Zielverzeichnis sollte am Besten auf einer separaten Festplatte liegen, um das Konvertieren zu beschleunigen (natürlich keine USB-Platte). Nach weiteren Stunden des Wartens kann die erzeugte VMDK entweder über den im VSphere Client integrierten Datastore-Manager oder mit WinSCP hochgeladen werden.

Doch damit nicht genug, jetzt muss die Disk noch ESX-kompatibel gemacht werden. Also nochmal konvertieren lassen, diesmal am ESX-Host via SSH mit den vmkfstools:

Nachdem dieser eledslange Irrsinn endlich abgeschlossen war, ich die VM am ESX neu angelegt hatte und starten wollte, begrüßte mich das nächste Übel:  HAL_INITIALIZATION_FAILED :mad:

Lesen hilft, Windows Server 2012 startet nicht unter ESXi 4.1, Dreck! Also ESXi 5.1 heruntergeladen und den Host aktualisiert. Hurra! Es lebt!

Geschafft! :yell: Lange genug hat´s gedauert doch jetzt schnurrt er dahin mit VMware Kernel als Unterbau. Ein kleiner Wermutstropfen: das RAID funktioniert nach wie vor nicht, da der Kernel das Fake-RAID erkennt und die Platten trotzdem einzeln anspricht. Belohnt wurde ich allerdings mit einer deutlich gesteigerten Durchsatzrate beim Lesen und Schreiben von den Platten und Daten synchronisieren lässt sich auch anders umsetzen, dazu braucht man nicht unbedingt ein RAID. Dank Hypervisor kann ich nun auch noch ein paar Linux-Büchsen zum Sichern meiner Website laufen lassen oder andere Systeme testen, die ich vielleicht behalten will. Denn für Container, die ich wieder einstampfe, habe ich die Workstation :lol:

Oh, und zum Server 2012 wird es eigene Posts geben, dafür gibt es zu viel Neues :smile: